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Horrido und Halali

Traumwetter bei der 5. Kranichsteiner Schleppjagd mit über 45 Reitern und den Beagles der Vogelsberg-Meute

Eigentlich könnte man sagen, dass die Kranichsteiner Schleppjagd Garant für schönes Wetter ist. Denn zum 5. Mal in Folge strahlte nach regenreichen Tagen die Sonne vom tiefblauen Himmel. Die Temperaturen waren ideal für Besucher, Pferde und Hunde. Nach der stimmungsvollen Hubertusmesse mit Pfarrer Trusheim auf dem Parforcehof des Jagdschlosses wurde vor dem Jagdzeughaus zum Abritt der 5. Kranichsteiner Schleppjagd geblasen. Ehrenjagdherr Konsul Bernd O. Ludwig, der die Tradition der Schleppjagd 2006 auf Kranichstein wieder aufleben ließ, hieß nicht nur über 45 Reiter, sondern auch über 130 Gäste und viele Zuschauer zu diesem sportlich-gesellschaftlichen Ereignis N° 1 willkommen. 36 Beagles der Vogelsberg-Meute fieberten erwartungsvoll dem Peitschenschlag ihres Herrn entgegen, um der Schleppe auf der 17 km langen Strecke durch den Kranichsteiner Forst zu folgen. Die Schirmherrschaft hatte die Hessische Kultusministerin Dorothea Henzler übernommen, die selbst begeisterte Reiterin und dem Pferdesport sehr verbunden ist. Sie ließ es sich nicht nehmen, während der ganzen Zeit dabei zu sein.

Eine halbe Stunde etwa vor dem offiziellen Abritt war es noch relativ ruhig vor dem Jagdzeughaus. Lediglich aus dem Wagen der Vogelsberg-Meute klangen schon erwartungsvolle Laute. Die Beagles ahnten wohl, worum es in Kürze geht. Dann war es endlich so weit. Mit einem dreifachen Horrido wurde das Startzeichen gegeben. Jagdherr Dr. Rolf Schepp legte die Schleppe und die Meute jagte dem Duft hinterher, der als Fuchslosung aus einem Kanister tröpfelte. Das Tempo, das diese quirligen Hunde an den Tag legen, lässt auf Dauertraining schließen. Wie Pfeile schossen sie über die Felder, in Staubwolken gehüllt, die sie aufwirbelten. An ihrem wunderbaren Geläut konnten sie Reiter und die begleitenden Gäste auf den Rollen der Darmstädter Bauern ausmachen. Über Wiesen, Felder und Waldwege führte die Strecke, nicht durchgehend in dieser Windeseile. Dazwischen lagen Schrittreprisen, die Pferden, Hunden und Reitern eine Verschnaufpause gönnten.

Auch der kulinarische Zwischenstopp an der Dianaburg ist obligatorisch. Dort boten die Mitarbeiter des Hotel Jagdschloss Kranichstein Herzhaftes für den Gaumen und erfrischende Getränke gegen den Durst. Für die Pferde gab es Apfel und Möhre vom Küchenchef sowie Grünes von der Wiese, für die Beagles heiß ersehntes Wasser, bevor zum Abritt in Richtung Jagdzeughaus geblasen wurde. Die deutsch-französische Bläsergruppe Rallye Trompes Moselle-Sarre begleitete die Strecke musikalisch. Jagdherr Georg Diehl erzählte während der Stopps auf der Strecke fachkundig Wissenswertes zur Schleppjagd, bis – ja bis sich die Aufmerksamkeit mal wieder den Hauptakteuren zuwandte. Denn schon von weitem war das Geläut zu hören, dann flitzte die Meute an den Zuschauern vorbei und das Vibrieren des Bodens kündigte das Reiterfeld an. Das Halali war der krönende Abschluss. Curée gab es für die Meute, die Brüche, ein Eichenblatt mit roter Schleife, als Dank aus der Hand von Annette Ludwig für die Reiter.

Zum Abschluss – auch das ist inzwischen Tradition – präsentierte Walter Reinhart, Chef der Falknerei Ronneburg, Flugvorführungen mit einem Falken, einem sibirischen Uhu und einem stolzen amerikanischen Weißkopfseeadler. Auf dem kulinarisch-jagdlichen Marktplatz klang die 5. Kranichsteiner Schleppjagd aus.

Veranstalter waren das Hotel Jagdschloss Kranichstein, die Darmstädter Kulturgesellschaft Kranichstein e. V. und die Vogelsberg-Meute e. V.. Die Jagdleitung lag in den bewährten Händen von Forstdirektor Hartmut Müller. Unterstützt wurde die Schleppjagd vom Darmstädter Reiterverein DRV Kranichstein, der Radeberger Gruppe KG und der Stiftung Hessischer Jägerhof.

Bedenkt man, dass die Kranichsteiner Schleppjagd gut fünf Stunden dauert, so nehmen die Vorbereitungen für ein solches Ereignis – von Organisation, Genehmigungen bis zur Streckenplanung – Monate in Anspruch. Als erstes wird in den nächsten Wochen der neue Termin festgelegt. Denn eines steht fest: Nach einer fünften Schleppjagd muss die sechste folgen ....


 

 


 


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